Zwischen Eingewöhnung, Impfterminen und der Frage, ob dein Welpe genug zunimmt, geht ein Thema schnell unter: die Wurmkur. Dabei sind gerade Welpen besonders stark von Würmern betroffen – viele stecken sich schon über die Muttermilch an, noch bevor sie überhaupt bei dir eingezogen sind. Die gute Nachricht: Der Entwurmungsplan ist klar geregelt, du musst ihn nur kennen und dranbleiben.
Warum Welpen anfangs so häufig entwurmt werden müssen
Welpen kommen selten wurmfrei zur Welt. Spulwürmer können bereits im Mutterleib oder über die Muttermilch übertragen werden – bei manchen Rassen und Aufzuchtbedingungen sind über 80 % der Welpen betroffen. Weil sich Wurmeier im Darm schnell weiterentwickeln und der Zyklus einiger Arten nur 2–3 Wochen dauert, reicht eine einzelne Behandlung nicht: Man muss den Zyklus mehrfach unterbrechen, bevor er sich wiederholen kann. Genau daher kommt der enge Zwei-Wochen-Rhythmus in den ersten Lebenswochen.
💛 Kein Grund zur Panik: Ein Wurmbefall bei jungen Welpen ist normal und behandelbar – kein Zeichen für schlechte Haltung oder einen kranken Wurf. Wichtig ist nur, dass regelmäßig behandelt wird.
Der Entwurmungsplan im Überblick
Die Empfehlungen orientieren sich an den Leitlinien der ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites), an denen sich auch deutsche Tierärzt:innen in der Regel orientieren.
2. Lebenswoche bis 2 Wochen nach dem Absetzen
Alle 2 Wochen entwurmen – das übernimmt in der Regel noch der Züchter oder die Züchterin, bevor der Welpe zu dir zieht. Frag beim Abholen unbedingt nach dem genauen Entwurmungsprotokoll.
Ab dem Einzug (meist ca. 8. Woche) bis zur 12. Lebenswoche
Weiter im 2-Wochen-Rhythmus. Das ist der Abschnitt, den du selbst übernimmst – am besten direkt ab Tag 1 im neuen Zuhause im Kalender eintragen.
12. Lebenswoche bis 6. Lebensmonat
Entwurmung im monatlichen Rhythmus.
Ab dem 6. Lebensmonat (junger Hund)
Übergang auf das Erwachsenen-Schema: mindestens alle 3 Monate, bei erhöhtem Risiko auch häufiger oder per Kotprobe individuell festgelegt.
💡 Das ist ein allgemeiner Rahmen. Dein Tierarzt oder deine Tierärztin passt den Plan an Rasse, Haltung und individuelles Risiko an – gerade in den ersten Wochen mit so vielen Terminen (Impfungen und Wurmkuren) hilft eine digitale Erinnerung, damit nichts durchrutscht.
Wirkstoff-Übersicht
Nicht jedes Präparat wirkt gegen jeden Wurm – deshalb entscheidet dein Tierarzt oder deine Tierärztin je nach Alter, Gewicht und vermutetem Befall.
| Wirkstoff | Handelsname (Bsp.) | Wirkung gegen | Geeignet ab |
|---|---|---|---|
| Fenbendazol | Panacur | Spul-, Haken-, Bandwürmer (teilw. Giardien) | ab der 2. Lebenswoche |
| Pyrantel | Banminth, Welpenpaste | Spul- und Hakenwürmer | ab der 2. Lebenswoche |
| Milbemycinoxim + Praziquantel | Milbemax Welpen | Spul-, Haken-, Peitschen-, Bandwürmer | ab 2 Wochen / 0,5 kg |
| Febantel-Kombipräparate | Drontal Welpen | Breitbandwirkung inkl. Bandwürmer | ab der 2. Lebenswoche |
Ab wann reicht eine Kotprobe statt Pauschal-Entwurmung?
Sobald dein Hund erwachsen ist, muss es nicht mehr automatisch die pauschale Wurmkur sein. Genau wie beim Pferd (siehe unseren Artikel zur selektiven Entwurmung bei Pferden) lässt sich auch bei Hunden per Kotprobe (Eizählung) feststellen, ob überhaupt eine Behandlung nötig ist. Das spart unnötige Medikamentengabe und wirkt Resistenzen entgegen.
Eine Kotprobe statt fester Wurmkur ist eine Option, wenn dein Hund …
- erwachsen und gesund ist
- wenig Kontakt zu anderen Hunden, rohem Fleisch oder Wild hat
- regelmäßig (2–4× jährlich) untersucht wird, auch wenn er „gesund wirkt"
Erhöhtes Risiko – hier lieber häufiger behandeln statt Kotprobe abwarten:
- Rohfütterung (BARF)
- viel Kontakt zu anderen Hunden (Hundeschule, Hundewiese, Pension)
- gerne jagt oder Aas frisst
- kleine Kinder oder immungeschwächte Personen im Haushalt
Häufige Fehler
- Unterdosierung: Das Gewicht wird geschätzt statt gewogen – gerade bei Welpen, die sich schnell verändern, führt das schnell zu einer zu geringen Dosis.
- Zu früh aufhören: Nach der 12. Woche wird oft auf „normale" Intervalle umgestellt, obwohl der monatliche Rhythmus bis zum 6. Monat wichtig bleibt.
- BARF-Risiko unterschätzt: Rohfütterung erhöht das Infektionsrisiko deutlich – hier reicht die Standard-Frequenz oft nicht.
- Käufliche Präparate ohne Rücksprache: Nicht jedes Mittel wirkt gegen jede Wurmart – ohne Diagnose wird oft am falschen Wurm vorbei behandelt.
Warnzeichen für Wurmbefall
Auch zwischen den geplanten Terminen lohnt sich ein Blick auf diese Anzeichen:
Zeitnah zum Tierarzt – und am besten eine frische Kotprobe mitbringen:
Wichtig zu wissen: Übertragung auf Menschen
Manche Spulwurmarten von Hunden (insbesondere Toxocara canis) können in seltenen Fällen auch auf Menschen übertragen werden, vor allem auf kleine Kinder, die häufig Hand-zu-Mund-Kontakt haben. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern schlicht ein guter Grund, den Entwurmungsplan gerade in Haushalten mit Kindern konsequent einzuhalten und nach dem Spielen im Garten oder Sandkasten Hände zu waschen.
Wie PawCare dich beim Entwurmen unterstützt
Zwischen Impfterminen, Wurmkuren und Tierarztbesuchen verliert man in den ersten Monaten leicht den Überblick. PawCare hilft dir dabei:
💊 Medikamenten-Plan
Trägt jede Wurmkur mit Wirkstoff, Dosierung und nächstem Termin ein – mit automatischer Erinnerung, damit kein 2-Wochen-Rhythmus verloren geht.
💉 Impf-Manager
Impfungen und Wurmkuren laufen in den ersten Wochen parallel – PawCare zeigt dir beide Zeitpläne gemeinsam auf einen Blick.
📓 Beschwerde-Tagebuch
Fällt dir eines der Warnzeichen auf, hältst du es direkt mit Foto und Datum fest – praktisch für die nächste Tierarztvorstellung.
🐾 Multi-Pet-Support
Hast du mehrere Hunde oder auch Katzen und ein Pferd? Jedes Tier bekommt seinen eigenen Entwurmungsplan in derselben App.
Kostenlos starten – keine Kreditkarte, kein Abo, DSGVO-konform
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Den genauen Entwurmungsplan und die passenden Präparate für deinen Welpen legt dein Tierarzt oder deine Tierärztin individuell fest.